Das ist keine Route für deinen ersten Camino. Der Nascente ist eine Expedition für Pilger, die die bekannten Wege schon gegangen sind und den ruhigsten Teil Portugals suchen. Lange Tage, wenig Versorgung und fast keine anderen Pilger. Genau das ist der Punkt.
Ab Tavira geht es ins Landesinnere, quer durch den Alentejo. Korkeichen, Getreidefelder, weite Himmel und weiße Hügelstädtchen. Du läufst oberhalb des Guadiana an Mértola vorbei und mitten durch Évora. Danach steigt die Route ins Granithochland der Beira hinauf: kühler und hügeliger. Auf der Etappe nach Fundão wartet ein steiler Aufstieg von gut 400 Metern. Geschlafen wird oft in einer kleinen Pension oder über einem Café, selten in einer Albergue. Reserviere, wo es geht, einen Tag im Voraus. Die Pfeile sind mal gut, mal schlecht, also nimm die GPS-Route mit. Fülle an warmen Tagen an jedem Brunnen dein Wasser auf.
Geh ihn von März bis einschließlich Mai, wenn die Felder blühen und das Wasser noch fließt. Auch der Oktober eignet sich. Juli und August lässt du besser aus: Dann ist es im Alentejo oft viel zu heiß. In Trancoso endet der Nascente. Willst du weiter nach Santiago, läufst du auf dem Camino de Torres weiter. Ab Tavira sind das etwa zwei Monate zu Fuß.